Entwicklung der KoFabrik

Eine gemeinnützige Projektgesellschaft – die Urbane Nachbarschaft Imbuschplatz gGmbH – ist Projektträgerin für den Umbau und die Vermietung der KoFabrik als Immobilie, aber auch Impulsgeberin und Unterstützerin für Gemeinwohlprojekte im Quartier.

Die Urbane Nachbarschaft Imbuschplatz

Um die Entwicklung des Quartiers gemeinsam mit der Stadt Bochum anzustoßen, haben die Montag Stiftungen aus Bonn die gemeinnützige Projektgesellschaft Urbane Nachbarschaft Imbuschplatz gGmbH (UNI) gegründet.

Diese hat im Herbst 2018 die Immobilie Stühmeyerstraße 33 von der Stadt in Erbpacht übernommen und mit der Herrichtung und dem Umbau begonnen. Gleichzeitig startete auch die Arbeit zur Quartiersentwicklung mit dem Akteur*innen vor Ort.

Ein Projektbüro mit einem kleinen Team hat dazu die Arbeit in der KoFabrik aufgenommen. Von hier wird die Baustelle geplant, koordiniert und die Immobilie gemanagt. Der Fokus der Quartiersentwicklung liegt auf der Vernetzung und Arbeit mit den bereits aktiven Initiativen im Viertel sowie Aktionen für und mit den Menschen aus der Nachbarschaft. Nach dem baulichen Impuls und dem Aufbau von Netzwerken und Projekten für Gemeinwohl im Quartier werden die Aktivitäten der UNI sukzessive zurückgefahren und den örtlichen Aktiven – verbunden mit den Ressourcen aus der Vermietung – übertragen.

Der AUS- UND UMBAU DER KOFABRIK

Im ersten Bauabschnitt wurde das Pionierhaus hergerichtet. Das Gebäude wurde für die alte Eisenhütte gebaut aber stand nach diversen Zwischennutzungen, bis auf das Erdgeschoss, schon einige Jahre leer. Die vier Flächen in den Obergeschossen wurden mit einer Grundausstattung versehen und dann zum Selbstausbau an die sorgsam ausgewählten Mieter*innen übergeben. Die kreativen Freiberufler*innen, Start-ups, junge Unternehmungen, Theaterpädagog*innen und Artist*innen haben ihrerseits einen starken Stadtteilbezug und engagieren sich zusammen im Rahmen der >> Viertelsstunden für das Gemeinwohl im Viertel engagieren.

Mit dem Umzug des Vereins bodo in ein neues Gebäude der Stadt Bochum begann auch der Umbau des Erdgeschosses. Im alten Magazin im Erdgeschoss entstand in den folgenden Monaten ein lichtdurchfluteter Raum mit kleiner Terrasse. Die Eröffnung des neuen Nachbarschaftscafés STÜH33 musste bedingt durch die Coronapandemie mehrfach verschoben werden, aber seit dem Sommer 2020 liegt ein Hauch von Kaffee und Zimtschnecken über dem Imbuschplatz und lockt ins Haus.

Der nächste Bauabschnitt konzentrierte sich auf das Eckhaus des Gebäudes. Ein hallenartiger Raum im Erdgeschoss war einst Schreinerwerkstatt und Wagenhalle der Bochumer Eisenhütte, wurde später mit einer Zwischendecke versehen und zum Archiv umgebaut. Nach der Eisenhütte kam die Stadtverwaltung, später gab es noch Zwischennutzungen durch die Wohnungslosenhilfe. Nun sind Teile der Zwischendecke wieder entfernt, ein Hallenraum mit Galerie darum herum ist entstanden. Im Sommer 2021 wurde die Quartiershalle für das Imbuschviertel geöffnet und auf der Empore sind neben dem Seminarraum auch ein Buchladen und ein Gyrotonics-Studio eingezogen.

Eine Etage weiter oben sind aus einem alten Gewirr kleiner Räumen neue Büros entstanden und in der sichtbarsten Veränderung ist das Eckhaus um zwei neue Etage gewachsen. Diese hochwertigen Flächen bieten Platz für kooperatives Arbeiten und engagierte Unternehmen. Mit dem Einzug der Mieter*innen in das Eckhaus im Sommer 2021 ist die KoFabrik komplett und wieder voller Leben und neuer Ideen.

DER NACHBARSCHAFTSGARTEN

Während das ganze Gebäude nach- und nach in neuem Glanz erstrahlte, sollte auch die kleine Grünfläche direkt vor der KoFabrik nicht zu kurz kommen. Mit der Stadt Bochum wurde eine Nutzungsüberlassung vereinbart und die UNI gGmbH lud die Nachbarschaft ein, gemeinsam Möbel zu bauen, Terrassen anzulegen und zu gärtnern. Kleine Grundstücke, drei mal drei Meter groß, wurden für einen Sommer an Gutsverwalter*innen übergeben und von ihnen frei gestaltet und umsorgt. Aus der alten Hundewiese wurde ein neues saisonales Wohnzimmer für das ganze Viertel.

DER BETRIEB DER KOFABRIK

Mit der Beendigung des Umbaus schrumpft auch die Rolle der UNI gGmbH. Neben dem Haus an sich wurden auch mit den lokalen Akteur*innen und Mieter*innen so aufgebaut und entwickelt, dass die Trägerschaft und die Durchführung gemeinnütziger Projekte vor Ort nachhaltig weitergeführt werden: Der Verein >> Quartiershalle in der KoFabrik e. V. ist voller engagierter Menschen mit viel visionärem Pioniergeistes und offen für alle, die das Miteinander im Imbuschviertel mitgestalten wollen. So konzentriert sich die UNI gGmbH auf ihre Funktion als Vermieterin und die Räume der Quartiershalle wie auch Überschüsse aus der Vermietung unterstützen die gemeinwohlorientierten Aktivitäten rund um den Imbuschplatz.